Starkes Team hinter kleiner Bühne

gieenEnde der Vorstellung: Ensemble und Regieteam (bei Premiere) nimmt Applaus sich verneigend entgegen, zeigen nun über die Zuschauerköpfe hinweg nach oben ins Dunkle einer Glasscheibe, klatschen in die Hände. So endet der Theaterabend im taT Gießen, indem die Bühnenakteure den Menschen der Bühnentechnik auch Beifall zollen. Die Männer und Frauen, die unsichtbar im Hintergrund das Theater mit am Laufen halten, konnte die Vorsitzende des Theatervereins Helga Göbel beim Monatstreffen begrüßen: Bert Lipinski (Technischer Leiter), Denise Schneider (Leiterin Ausstattungskoordination), Timo Hagmann, Pierre Schmidt (Veranstaltungstechnik) und Julia Hain (Masken-bildnerin) sowie weitere Mitarbeiter. Somit lernten die Vereinsmitglieder das Spektrum der Tätigkeiten und das Spezifische der „Studiobühne“ kennen.

Nach einem kurzen Rundgang hinter den Bühnenraum zum Lager, zur Werkstatt, zur Maske und zu den Garderoben präsentierte das taT-Team ein mit Beamer unterstütztes Informationsprogramm. So erfuhren die Teilnehmer, dass es die „Black-Box-Bühne“ mit den schwarzen Begrenzungsflächen seit Anfang der 20er Jahre gibt, um die Inter-aktion und Flexibilität von Künstler, Regie und Technik zu verstärken und auf den „Fokus des Raums und der Nähe“ zu verweisen, was den Charakter einer Studiobühne kennzeichne.

Die etwa 100 unterschiedlichen Scheinwerfer werden von Lichtpulten aus gesteuert. Ton mit Vier-Punktbeschallung, Funkmikrophone, Gegensprechanlage werden mittels Digitalpulttechnik bedient. Auch die Videotechnik wird mit mehreren Beamern immer öfter über Netzwerkkabel eingesetzt. Und alles muss mit Regie, Bühnenbild, Kostümen und Maske abgestimmt sein, was besonders Aufgabe der Produktionsleiterin ist, die auch aufs Budget achtet. Da die Lagerkapazitäten begrenzt sind, muss mehrmals die Woche ein Lkw zum Außenlager, Großen Haus, Probenbühne oder Malersaal fahren. Trotzdem gelinge es stets – trotz manchmal kurzer Einrichtungszeiten und spontaner Ideen – zu den Vorstellungen fertig zu sein. Herausfordern und faszinierend sei, meinten die Produktionsleiterin und die Maskenbildnerin, die Arbeit mit „performativer Theaterkunst“ von Absolventen der Angewandten Theaterwissenschaft und mit dem Kinder- und Jugendtheater. Neben vielen informativen Details war es insgesamt eine anschauliche Werbung für Bühnenberufe, sei es zur Ausbildung als Veranstaltungstechniker/in oder über Umwege wie bei der Ausstattungsleiterin und Maskenbildnerin.

Zum Abschluss überraschte das taT-Team die Besucher noch mit einem 5-Minuten-Video als Schmankerl, in dem die 5 Stunden des Bühnenaufbaus von „Panikherz“ als Zeitraffer dokumentiert werden, was die Theaterarbeit der sonst unsichtbar Wirkenden veranschaulichte.

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