Neue Intendantin zu Gast beim Theaterverein

Achtundsiebzig Theaterfreundinnen und Theaterfreunde erwarteten mit besonderer Neugier die Vorstellung des Spielplans der Saison 2022/23.                                                                                                     

Die Vorsitzende Helga Göbel begrüßte dazu die neue Intendantin Simone Sterr und Ann-Christine Mecke, die verantwortlich für das Musiktheater zeichnet. Da gab es manche Erneuerung und Überraschung, die beide Frauen souverän und engagiert erläuterten.

So soll das „taT“ als „Kleines Haus“ gleichrangig betrachtet werden, um nicht als Anhängsel zum „Großen Haus“ zu stehen und weil „Studiobühnen“ nicht mehr zeitgemäß erscheinen. 

Geplant sind demnach im Großen und Kleinen Haus im Musiktheater sechs Produktionen, im Tanz vier, im Schauspiel sieben, Konzerte neun einschließlich zweier Chorkonzerte und Kammerkonzerte vier. Hinzukommen fünf Stücke in der Rubrik „Junges Theater“, vier Sonderkonzerte: das Neujahrskonzert (zweimal); Junges Podium statt Examenskonzert (zweimal); Abschlusskonzert ‚Forum Dirigieren‘ sowie zwei Konzerte für junges Publikum. Auch Liederabende soll es geben als sogenannte „Doppeldecker“, die z.B. von Sängerin und Schauspieler oder Sänger und Tänzerin gestaltet werden. Zu einzelnen Produktionen gaben Sterr und Mecke Hinweise zu 

Erst-, Uraufführungen, Regie und Besetzung, die man dann ab Mitte Juni im Programmheft wiederfinden wird.

Auf manche Neuerung wurde hingewiesen: Vor jeder Vorstellung soll es Einführungen geben. Am Tag vor den Konzerten sind „Preview-Konzerte“ vorgesehen, womit das gewohnte „vorgestellt“ oder die „Kostproben“ entfallen. Generell wolle man, so Simone Sterr, wieder das „Ensemble-Theater“ festigen und weniger Gäste engagieren. Auch im Rahmen „Junges Theater“ soll die neue Stelle eines Theaterpädagogen die Kontakte zu Schulen verstärken: „Tore zum Theater weit aufmachen“. Aus den Ausführungen beider Frauen war zu entnehmen, dass spartenübergreifendes Arbeiten angestrebt ist, um „Geschichten zu erzählen“, die zeitbezogen Probleme verdeutlichen, aber nicht belehren sollen. Wie Simone Sterr ausführte, habe die Spielzeit kein Motto, aber es gehe bei vielen geplanten Aktivitäten um „Erinnerungskultur“, weil Theater ein „öffentlicher Ort“ zur Auseinandersetzung mit Konflikthaftem sei. So ist nachvollziehbar, dass im Schauspiel die Stückeauswahl, bis auf eines, „konsequent zeitgenössisch“ ist und Opern der letzten zwanzig Jahre zukünftig eine Chance gegeben wird.

Nach der kompakten und informationsreichen Präsentation sind die Erwartungen der Anwesenden nun recht hoch, auch wenn sich bei den Gesprächen im Anschluss bei einigen noch etwas Skepsis zu den konzeptuellen und organisatorischen Veränderungen zeigte. Der Theaterverein wünscht Simone Sterr und ihrem Team aus bewährten und neuen Theaterschaffenden viel Erfolg und Freude bei der Arbeit an unserem Stadttheater Gießen und freut sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

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