SH-Landestheater: Kommunen unterzeichnen neuen Gesellschaftervertrag

Flensburg Theaterbuergerstiftung zweizeiligFlensburg. Basis dafür war der geplante Theaterneubau in Schleswig. Nach langer Talfahrt schreibt die Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester GmbH wieder schwarze Zahlen. Anfang August 2017 unterzeichneten Vertreter von 15 Kommunen in Rendsburg einen geänderten Gesellschaftervertrag und legten damit die Basis für den weiteren Aufschwung. Bis auf einen Gesellschafter bleiben alle an Bord. Das war die Bedingung, dass das Land das neue Theater in Schleswig mitfinanziert.

Mit der Schließung des Stadttheaters in Schleswig aus statischen Gründen im Juni 2011 brachen Einnahmen von jährlich etwa 200.000 Euro weg. Das Ausweichquartier im Slesvighus bot statt 500 nur noch 300 Plätze an. Einen Busverkehr in benachbarte Spielorte nahm das Publikum kaum an. 30 Prozent der Abonnenten sprangen ab. Zwei Jahre lang schrieb die Landestheater GmbH rote Zahlen. Ein Beratungsbüro warnte vor einem Defizit in Höhe von 800.000 Euro. Das war eine bedrohliche Situation für den Bestand des Landestheaters. Die Berater legten ein Sanierungskonzept vor, dessen Umsetzung die Wende brachte. Acht von 330 Stellen wurden gestrichen. 2016 wechselte der Sitz des Landestheaters und damit 80 Mitarbeiter von Schleswig nach Rendsburg. Dadurch entstanden Synergien und Einsparungen. Seit zwei Jahren schreibt das Landestheater wieder schwarze Zahlen.

Vor dem Ergebnis der Saison 2016/2017 wird ein deutliches Plus stehen. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt eine Million Euro mehr als 2010. Landesweit verzeichnete die Gesellschaft im Jahr 2016 etwa 129.000 Besucher, bis Ende Juli 2017 aber bereits 125.000. Die Zahl der Vorstellungen pro Jahr stieg von 721 auf 728. Das Personal wurde auf 382 Mitarbeiter aufgestockt. Mit dem neuen Vertrag stellt sich das Landestheater neu auf. Die Stadt Schleswig bleibt Mitglied, senkt aber ihren Jahresbeitrag von 560.000 Euro auf 300.000 Euro. Rendsburg erhöht von 500.000 Euro auf 600.000 Euro und erhält mehr Stimmrechte. Nachdem 2015 die Kreise Dithmarschen und Schleswig-Flensburg ihre Mitgliedschaften für die Zeit ab 2019 kündigten, konnte die Gesellschaft letzteren zurückgewinnen. Es bleibt zu hoffen, dass der Kreis Dithmarschen ebenfalls ins Boot zurückgeholt werden kann.

Das Theater zahlt jährlich Gehälter in Höhe von 17 Millionen Euro und hat darüber hinaus Kosten für Material und Mieten. Es erhält knapp 14 Millionen Euro aus dem Finanzausgleichsgesetz. Die Gesellschafter bringen gemeinsam fünf Millionen Euro an Beiträgen auf. Die meisten Stimmenanteile halten die Städte Flensburg (42,9 Prozent), Rendsburg (12,42 Prozent) und Schleswig (10,46 Prozent).

Quellen: Max Stark u. shz

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