Weniger schöne Nachrichten aus Eisenach - ein chronologischer Über-/Rückblick seit der MUTHEA-Mitgliedschaft im Januar 2017

Nach vielen Vorgesprächen mit den Eisenacher Theaterfreunden traf sich der damalige MUTHEA Vorstand im Januar 2017 zur Vorstandssitzung in Eisenach. Kurz danach wurde Eisenach Mitglied – das MUTHEA Netzwerk war eine kleine aber wichtige Unterstützung für die Eisenacher Theaterfreunde. Schon bei unserer Sitzung war klar, es „grummelte und rummelte“ in Eisenach. Nicht einfach ... wir vom MUTHEA Vorstand haben alles ganz hautnah beobachtet! 

Einige Monate später am 19.05.2017 schrieb uns Dr. Juliane Stückrad, die Vorsitzende der Eisenacher Theaterfreunde:

„Liebe MUTHEA-Mitglieder, herzliche Grüße aus Eisenach. In Gedanken bin ich bei der Jahreshauptversammlung in Gelsenkirchen dabei. Nun müssen wir als jüngstes MUTHEA-Mitglied leider gleich die erste Sitzung schwänzen. Ich hoffe, Sie nehmen uns das nicht so übel. Für uns war es eine große Ehre, dass die MUTHEA-Vorstandssitzung in Eisenach stattfand. Wir können hier nach anstrengenden Jahren im Ringen um das Theater Ihre Unterstützung gebrauchen. Eine schwierige Spielzeit neigt sich dem Ende entgegen und wir sind alle ziemlich erschöpft. Nun hoffen wir, dass mit der neuen Spielzeit Ruhe einkehrt und wir uns endlich wieder vollkommen auf die Kunst konzentrieren können. Wie die Fusion der Orchester Eisenach und Gotha funktioniert, muss sich erst zeigen. Wir sehen ihr mit einem weinenden und einem lachenden Auge entgegen. Für unseren Verein gilt ab jetzt, dass wir uns nie wieder auf Kompromisse zu weniger Theater in Eisenach einlassen werden. Ab nun werden wir wieder mehr fordern. Deutschland und auch Thüringen geht es so gut. Das Sparen an der Kultur ist peinlich und unserem Land unwürdig! Diese Botschaft werden wir stolz in den nächsten Landtagswahlkampf hineintragen und die Kandidaten sehr genau unter die Lupe nehmen.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Jahrestreffen 2017 in Gelsenkirchen! Herzliche Grüße im Namen der Freunde und Förderer des Landestheaters Eisenach e.V., Ihre Juliane Stückrad“

Und am 25.04.2018 kam eine weitere Nachricht von Dr. Juliane Stückrad:

„Liebe Frau Limbourg, ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, weil ich mich nur so unregelmäßig melde. Ich bin momentan vollkommen überarbeitet, was natürlich mit dem Theater zu tun hat.

Hier ein ganz kurzer Bericht: Mit Beginn der Spielzeit kam ein neuer Schauspielleiter, Stephan Rumphorst, auf den wir uns alle sehr freuten. Aufgrund der Tariferhöhung wurden parallel dazu aber wieder einmal Stellen eingespart. Mit dem Erfolg, dass Herr Rumphorst Schauspielleiter, Dramaturg, Theaterpädagoge und Regisseur in einem war. Im Oktober gelang es ihm dann, mich als freie Mitarbeiterin ins Theater zu holen, damit ich ihm bei der Dramaturgie, der Betreuung von mobilen Produktionen und der Organisation der Ballettwoche helfen kann. Im Januar ließ er sich aufgrund chronischer Überarbeitung krankschreiben und kommt nun nicht mehr wieder. Nun habe ich irre viele Aufgaben im Bereich der Dramaturgie alleine zu klären. ... Vor vier Wochen beschloss der Stiftungsrat der Theater Meiningen und Eisenach, dass Ansgar Haag ab nächster Spielzeit nicht mehr Intendant von Eisenach sein soll - damit er sich besser auf Meiningen konzentrieren kann. Erst danach stellte man fest, dass kein Geld für einen eigenen Intendanten in Eisenach vorhanden ist. Bis jetzt ist noch nicht geklärt, wer in der nächsten Spielzeit das Haus wirklich leiten soll und wer das Schauspiel übernimmt. 

Dennoch läuft alles irgendwie weiter. Wir arbeiten alle hart und versuchen aus der Kunst selbst die Kraft zu schöpfen. Man kann nur immer wieder betonen, an uns liegt es nicht, sondern an der planlosen Kulturpolitik. Aber Kopf hoch, wir kommen schon durch!

Nun zum Jahrestreffen von MUTHEA in Wiesbaden ... wir werden wieder nicht dabei sein können ... Viele herzliche Grüße im Namen der Freunde und Förderer des Landestheaters Eisenach e.V., Ihre Juliane Stückrad“

Fazit: In Eisenach sieht es nicht gut aus! Die beiden Berichte von Juliane Stückrad wurden in Wiesbaden vorgetragen und mit Bestürzung zur Kenntnis genommen.

 

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