Theater und nun?

lorbeerDie Maskenpflicht ist gefallen, die Theater spielen wieder – allein das Publikum will noch nicht so recht. Kaum eine Vorstellung ist ausverkauft, der kommende heiße Sommer und die finanziellen Unwägbarkeiten infolge des Ukraine-Krieges haben die Besucher*innen vorsichtiger werden lassen. Was sollen die Theater also bringen, um wieder ihren früheren Zuspruch zu erreichen? Die altbewährten Klassiker, um bloß niemanden zu verschrecken, nach dem Motto: Das weiß man, was man hat ...? Oder ist es nicht jetzt an der Zeit, grundlegend darüber nachzudenken, wie man mit aktuellen Themen und mutigen Inszenierungen ein jüngeres Publikum gewinnen kann? Die Theater haben in den krisenhaften Zeiten oft genug von sich selbst behauptet, relevant zu sein. Aber warum kommt diese Stellungnahme nicht stattdessen lautstark vonseiten des Publikums? Denn dass diese Relevanz tatsächlich besteht, davon sind wir Theaterfreunde ja überzeugt. 

Carsten Brosda, der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, appelliert für einen Neuanfang: „Die Bühnen können nicht sagen: Wir machen nach Corona einfach so weiter wie bisher, und das Publikum kommt zurück. Das wird ein hartes Stück Arbeit, und die Theater müssen ihren Standort in der Gesellschaft teilweise neu definieren!” Bei dieser Debatte spielen die Freunde und Förderer der Theater als Bindeglied zur Gesellschaft eine zentrale Rolle. Es geht nicht mehr nur darum, Geld zu sammeln und einzelne Veranstaltungen mitzubewerben. Wir müssen uns gemeinsam auf den Weg machen und alte Gewissheiten hinterfragen. Jede künstlerische Setzung bietet die Chance auszuloten, in welcher Gesellschaft wir in Zukunft leben wollen. „Gerade jetzt braucht es starke Bühnen, die es ermöglichen, die Alternativen zu imaginieren und die Welt im Spiel als veränderbar zu begreifen”, so Brosda. Und je stärker diese Impulse und Diskurse sind, umso besser! 

Herzlich Grüßt

Katrin Lorbeer
Vorsitzende MUTHEA

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