21. Jahrestreffen 2019 in Görlitz - Eine Zusammenfassung

Um 16.30 Uhr traf man sich im Theater – wie wir hörten: einem der jüngeren Gebäude in Görlitz ... von 1849/50 ...!!! Mit der traditionellen Begrüßung durch den Bürgermeister Dr. Wieler sowie Klaus Arauner, dem Generalintendanten des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau wurde das Jahrestreffen 2019 in Görlitz offiziell eröffnet. Im Anschluss lud unsere Vorsitzende Katrin Lorbeer als Moderatorin zur öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Chancen und Sinngrenzen der Institution Stadttheater“ ein - mit auf dem Podium saßen illustre Gäste: Bürgermeister Dr. Wieler, einem Intimus der Görlitzer Theaterszene (wie wir hörten: ehemaliger Intendant am Theater), der Theaterkritiker und Publizist Boris Michael Gruhl aus Dresden, einem Kenner der deutschen Theaterszene und Theaterwelt, Prof. Matthias Theodor Vogt, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kulturelle Infrastruktur Sachsen und Professor für Kulturpolitik an der Hochschule Zittau/Görlitz und natürlich Klaus Arauner, der Intendant. Es folgte eine lebhafte Diskussion mit großer Beteiligung aus dem Publikum ... das Thema interessiert einfach alle.

Der Samstagvormittag war geprägt von der eigentlichen Mitgliederversammlung und zahlreichen Kurzberichten aus den Mitgliedsgesellschaften. Unsere Vorsitzende Katrin Lorbeer (Karlsruhe) befand zusammenfassend: „Görlitz markiert in der Geschichte von MUTHEA einen Meilenstein: unsere Bundesvereinigung hat ihre internen Hausaufgaben gemacht und präsentiert sich im neuen Erscheinungsbild – doch nicht nur das ... MUTHEA ist Gründungsmitglied im neu gegründeten Dachverband der Kulturfördervereine in Deutschland „DAKU“ ... vier Impulsvorträge und eine lebhafte Podiumsdiskussion zum Thema Stadttheater beweisen, dass das Interesse groß ist und das fachliche Angebot immer mehr angenommen wird ... die Evaluation, an der sich aussagekräftige 75% unserer Mitgliedsgesellschaften beteiligt haben, hat ergeben, dass die Mitgliedsvereine der Kultur 1,7 Millionen Euro zur Verfügung stellen und das jedes Jahr aufs Neue.“

Die vier 20-minütigen Impulsvorträge, die zu aller Freude großen Zuspruch fanden, boten viel Stoff für Diskussionen.

Den Anfang machte Wolfgang Schaller, Intendant der Staatsoperette Dresden und ehemaliger Intendant in Görlitz. Sein Vortrag stand unter dem Motto „Für ein Ziel brennen und ungewöhnliche Wege gehen“. Der Erfolg der Dresdner Staatsoperette bestätigt ihn ... apropos der jetzige Mannheimer Kultur-Bürgermeister Michael Grötsch war während seiner Dresdner Amtszeit ein Wegbegleiter und Unterstützer seiner Arbeit!!!
Bärbel Fliegel, Vorsitzende der Theaterfreunde Zittau, berichtete von der Kooperation des Theaters Zittau mit Görlitz, aber vor allem auch von Projekten, Chancen und Schwierigkeiten im Dreiländereck Deutschland - Polen - Tschechien.

Von den Aufgaben und Zielen des neu gegründeten Dachverbands Kultur (DaKu) berichtete die Geschäftsführerin Ulrike Petzold. MUTHEA ist dort Ansprechpartner für die Sparte Theater. Außerdem sind dort Fördergesellschaften für Museen, Bibliotheken und Popularmusik vertreten.

Zu guter letzt stellte Astrid von Schoenebeck eine zeitgemäße Form des Geldsammelns vor, die auch für Theater-Fördervereine interessant sein könnte: Crowdfunding heißt das Zauberwort. Mit ihrer eigenen Initiative „Artfunders“ bietet Frau von Schoenebeck eine Plattform speziell für Kulturprojekte an.

Lebhafte Diskussionen folgten beim gemeinsamen Mittagessen.

Und was am Samstagnachmittag folgte, war einfach emotional einzigartig ... eine gemeinsame Busfahrt über die Brücke nach Polen zur Gedenkstätte MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN e.V. in Zgorzelec ... da standen wir in einer anderen Welt im ehemaligen Straf- und Arbeitslager STALAG VIII ... dort wo auch der Franzose Olivier Messiaen eingesperrt war. Wir hörten einen Vortrag von Frank Seibel „Das Projekt Gedenkstätte und deren völkerverbindende Bedeutung“. Der Künstler Matthias Baier stellte persönlich seine Skulpturen zum Quartett von Olivier Messiaen „Auf das Ende der Zeiten“ vor. Vorher hörten wir wunderschöne, emotional tief bewegende Flötenmusik, an diesem Ort während der Gefangenschaft im Arbeitslager komponiert.

Wir alle dankten Renate Winkler und ihren Kollegen, dass sie uns dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Der Tag endete ... na klar ... im Theater mit der Premiere „Fidelio“ und das passte so richtig zu unserer emotionalen Gesamtstimmung. In Zittau fand am selben Abend die Premiere von Schillers „Die Räuber“ statt - doch die Zittauer Theaterfreunde kamen uns zu Ehren nach Görlitz. Bei der anschließenden richtig schönen Premierenfeier mit sehr schick und elegant gekleidetem Publikum gab es ... wie eigentlich schon die ganze Zeit während unserer Görlitzer Tage ... viele gute Gespräche mit vielen Theaterfreunden aus nah und fern.

Zum Ausklang gab es am Sonntagvormittag ein Familienkonzert mit einem speziell für Görlitz entwickelten Konzept - in seiner Art unbeschreiblich - aber seit Jahrzehnten erfolgreich und immer voll. Den Görlitzern lag es sehr am Herzen, dass wir, die bundesweiten Theaterfreunde dieses Erfolgsmodell einfach mal selbst kennenlernen ... ein grandioses und kurioses Ende einer super Jahrestagung 2019 ... Danke Görlitz ... Danke an Renate Winkler und ihre Kollegen ...

Und wie schon zu Anfang gesagt ... auch diesmal meldete sich ein Theaterverein, der im nächsten Jahr gerne die sage und schreibe 22. Jahrestagung ausrichten möchte: ROSTOCK ... Termin soll sein 8. bis 10. Mai 2020 !!! BITTE UNBEDINGT VORMERKEN !!!

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