Opern- und Theaterbälle

Opernbälle gab es auch in Augsburg und in Karlsruhe. In Augsburg ist der Ball ein Opfer der Theatersanierung. Das Große Haus ist geschlossen, es fehlt ein alternativer Veranstaltungsort. Und in Karlsruhe ist der große Ball ein erstes Opfer der Etatkürzungen der Stadt. Nach dem 33. Ball im Jahr 2016 wird der Ball im kommenden Jahr nicht mehr stattfinden. Offenbar ist dort aber auch das Publikumsinteresse in den letzten Jahren gesunken. Allerdings waren dort die Theaterfreunde nicht in die Organisation eingebunden. Vor vielen Jahren hatte der Verein schlechte Erfahrungen mit der Ausrichtung eines eigenen Balls gemacht.

In Görlitz wurde die Organisation des Theaterballs ebenfalls eingestellt. Die Kosten waren offenbar höher als die Erträge. Zudem war wegen der eheblichen Umbaumaßnahmen das Haus etliche Tage nicht bespielbar. Auch hier war der Förderverein zu keinem Zeitpunkt eingebunden. „Was sollte auch ein Theaterverein dazu beitragen?" fragt sich die Görlitzer Vorsitzende Renate Winkler.
An anderen Orten gab es noch nie einen Ball, so in Bonn oder in Marburg. Auch nicht in Schwerin. Dort gibt es schon seit vielen Jahren ein Theaterfest, aber auch ohne Beteiligung der Theaterfreunde.

So verbleibt einzig Kiel – zumindest bei den MUTHEA-Mitgliedern, die geantwortet haben. Und der Theaterball in Kiel ist eine großartige Erfolgsgeschichte. Seit über 50 Jahren wird der Ball von der Gesellschaft der Freunde des Theaters in Kiel veranstaltet. Er führt der Ball Künstler, Mitarbeiter und Bürger zusammen. Das macht jährlich 1800 Gäste plus ca. 200 Mitarbeiter plus Anhang. Es wirken alle Sparten mit: Oper, Orchester, Chor, Schauspiel, Jugendtheater. Faszinierend ist, dass nicht nur der Ball als gesellschaftliches Ereignis erfolgreich ist, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich von den Kieler Theaterfreunden veranstaltet wird.
Bei einem Eintritt von 45,- bis 90 EUR, Ausgaben für die Dienste des Theaters und z.B. dem Blumenschmuck für ca. 9.000 EUR bleiben dennoch 10.000 EUR für gute Taten übrig, die für besondere Ausgaben des Kieler Theaters wie z.B. „Siegfrieds Drachen" oder der Opernbespielung auf dem Rathausplatz zur Verfügung gestellt werden. Aber es wurde auch schon Flüchtlingsarbeit des Theaters unterstützt.

Vielleicht lohnt es sich einmal, sich mit den Kieler Freunden über dieses Thema zu unterhalten. Zum Beispiel am Rande unseres Jahrestreffens, das vom 19. bis zum 21. Mai in Gelsenkirchen stattfindet.

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