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Sachsen-Anhalt: Ulrich Khuon protestiert gegen Kürzungen

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von CL
erschienen am 23. Juni 2013

ulrich-khuonUlrich Khuon, Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein und Intendant des Deutschen Theaters Berlin, hat sich wegen der drohenden Kürzungen bei den ab 2014 geltenden Theater- und Orchesterverträgen in Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet und sich in einem Offenen Brief an den Kultusminister und den Ministerpräsidenten des Landes gewandt.

Der Brief im Wortlaut:

 

Sehr geehrter Herr Kultusminister Stephan Dorgerloh, sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff,

fassungslos bin ich angesichts Ihrer Ankündigungen, die Landesförderung in Sachsen-Anhalt für Theater und Orchester um ca. 20 % von ca. 36 auf 29 Mio. Euro zu reduzieren. Diese überraschende und von keinerlei Dialog oder Erklärung begleitete Entscheidung ist doppelt unverständlich: zum Einen wissen Sie – "die Politik" – ja selbst um die von der Politik verhandelten Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst, die folgerichtig eine Erhöhung der Zuschüsse und keine tief einschneidenden Reduzierungen erfordern würden. Zum Anderen haben Sie selbst einen Kulturkonvent ins Leben gerufen, um nun dessen Empfehlungen zu ignorieren. Sie wissen, dass im Falle der Umsetzung Ihrer Ankündigung die Theater in Halle und Dessau in ihrer Substanz getroffen sind. Ihre Entscheidungen sind ein Schlag ins Gesicht der Städte und ihrer politisch Verantwortlichen, die ihre Theater erhalten wollen, weil sie wissen, wie sehr die Theater zur Ausstrahlung der Städte nach innen und außen beitragen. Dass das Theater Eisleben quasi zerstört wird, scheint Sie nicht zu berühren.

Ich fordere Sie auf, die Trennung von Kulturgesellschaft und Kulturpolitik zu beenden, mit den Theatern in einen konstruktiven Dialog einzutreten und die selbst in Erwägung gezogene Erhöhung des Kulturetats auf 100 Mio. Euro doch noch in die Tat umzusetzen!

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Khuon

Intendant Deutsches Theater Berlin, Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein

(Quelle: Deutsches Theater Berlin)


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